Zur Geschichte Wakendorfs

Über die Entstehungszeit Wakendorfs gibt es keine genauen Angaben. Der erste urkundliche Beleg des Dorfes fällt in das Jahr 1314, als die Grafen von Holstein sich in einem Teilungsvertrag über ihr Erbe einigten. Mit einigem Recht darf aber vermutet werden, daß unser Dorf wohl älter ist als 689 Jahre. Eintragungen im Hamburger Schuldbuch von 1299 führen Namen auf in Verbindung mit der Ortsbezeichnung " Wokenthorpe", ob dieser Zusatz allerdings unser Wakendorf meint, ist nicht mit Sicherheit festzustellen. Eine Besiedelung unseres Raumes in vor- und frühgeschichtlicher Zeit kann angenommen werden, wie zahlreiche Funde von bearbeiteten.Steinwerkzeugen, von Keramikscherben, Urnensetzungen und Feuerstellen nahelegen. Vor allem auf den Fluren mit weißsandigem, trockenem Untergrund am Rande des Alstertals werden auch heute noch beim Bearbeiten des Bodens oft solche Fundstücke freigelegt.Seinen Namen dürfte Wakendorf wohl aufgrund seiner Lage inmitten von Ouell- und Feuchtgebieten erhalten haben. > Waken < bedeuten im Alt-Niederdeutschen soviel wie "weiche, feuchte Stellen/Niederungen". Die Niederungen der Alster und Rönne im Süden und Osten sowie die Wälder des Kisdorfer Wohldes veranlaßten vermutlich die ersten Bewohner; hier an hervorragend geschützter Stelle den Ort zu gründen. Neben Ackerbau wurde in der frühen Zeit von Wakendorf aus ein reger Holzhandel -besonders mit Bauholz und Eichenbohlen für den Schiffbau -nach Hamburg betrieben. Die Hamburger Kämmereirechnungen des 14. und 15. Jahrhunderts nennen immer wieder die Namen von Wakendorfer Bauern als Verkäufer und Lieferanten. Woher die Wakendorfer das Recht hatten, Hartholz (Eichen und Buchen) zu schlagen und zu verkaufen, ist schwer zu erklären; es ist aber ohne Zweifel ein früher Beleg für ein freies und selbständiges Bauerntum.

 

Unser Dorf kann auf eine über 700-jährige, urkundlich belegte Geschichte zurückblicken, die geprägt ist von einem freien und unabhängigen Bauerntum. Grundherrlichen Frondienst und Leibeigenschaft gab es hier wie überhaupt im Kirchspiel Kaltenkirchen, zu dem Wakendorf über Jahrhunderte gehörte, nicht. In Kaltenkirchen war neben der Kirche auch das Gericht. Durch die überlieferten Aufzeichnungen (Amtsrechnungen ab 1520, Schuld- und Pfandprotokolle ab 1640) sind wir über die wirtschaftliche, soziale und vor allem familiengeschichtliche Entwicklung unseres Dorfes gut unterrichtet. Es gibt heute noch Familien in Wakendorf, die ihre Stammlinien bis 1520 lückenlos zurückverfolgen können. Die neuere Zeit brachte einige Veränderungen von weitreichender Bedeutung: 1790 wurde die Wakendorfer Feldmark verkoppelt. Die Aufteilung der Landfläche damals vor 200 Jahren ist heute noch in wesentlichen Teilen Grundlage der der- zeitigen Besitzstruktur. Maßnahmen einer späteren Flurbereinigung wie andernorts hat es -abgesehen von privaten Tausch- und Kaufaktionen – in Wakendorf nicht gegeben.Verwaltungsrechtlich endete 1867 mit der preußischen Kreisordnung die Bindung an das Kirchspiel Kaltenkirchen; Wakendorf wurde mit Götzberg und Henstedt zu einem Amt des Kreises Segeberg gemacht. Nach dem Bau einer Kirche in Henstedt 1889 wurde es auch dieser neuen Kirchengemeinde zugeordnet; seither hat es auch dort seinen Friedhof. Nach Errichtung der Großgemeinde Henstedt-Ulzburg hat sich Wakendorf 1969 dem Amt Kisdorf angeschlossen. Ab 1684 hat das Dorf eine eigene Schule; seit 1747 bestand mit Götzberg ein Schulverband, der aber 1969 nach der Eingemeindung dieses Ortes in die Großgemeinde aufgelöst wurde. 1907 erhielt Wakendorf Anschluß an die Bahnlinie Elmshorn- Barmstedt-Oldesloe, die nach Stillegung der Bahn 1974 durch eine Buslinie ersetzt wurde. Durch den Ausbau der Wege zu den Nachbarorten wurden wichtige Verbindungen geschaffen, insbesondere der Straßenbau nach Wilstedt bedeutet für Wakendorf den Anschluß an den Hamburg/Norderstedter Raum.

 

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Karte von Wakendorf II um 1913 (zum Vergrößern auf das Bild klicken)

 

Trotz der Nähe zu den Wirtschaftszentren Hamburg, Norderstedt und Henstedt-Ulzburg hat Wakendorf seinen dörflichen Charakter bewahrt. Im Unterdorf. dem alten Ortskern, mischen sich stattliche, alte Bauernhäuser im äußeren Ring mit geschmackvollen Neubauten im Innenbereich. Im Dorfzentrum befindet sich ein schöner und gepflegter Gedenkplatz für die Gefallenen beider Weltkriege; unmittelbar daneben die Friedenseiche und ein Kaiser-Wilhelm- Gedächnisstein aus der Zeit der Jahrhundertwende. An den Straßen nach Nahe und Henstedt entstand nach 1900 das neuere Dorf; auch hier wechseln moderne Wohnhäuser mit alten Gebäuden ab und fügen sich zu einem harmonischen Gesamtbild zusammen. Neue Wohnsiedlungen mit viel Grün und gepflegten Gärten runden das Dorfbild ab. Mit dem Sport- und Kulturzentrum an der Sandbergstraße hat sich seit 1980 ein neuer Sammel- und Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft herausgebildet. Großzügige Sportanlagen, Versammlungs- und Gemeinschaftsräume für die Vereine und die Gemeinde, das Gemeindebüro, das Feuerwehrgerätehaus, der Kindergarten und der Raum der Landjugend haben diesen Komplex zu einem lebendigen Mittelpunkt des dörflichen Vereins- und Gemeinschaftslebens werden lassen. 

Wakendorf II ist ein Ort mit hoher Wohn- und Lebensqualität und bietet mit moderner Infrastruktur - z. B. Glasfaserausbau in 2011 - der Wirtschaft und den Haushalten eine gute Zukunftsperspektive..

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